Vaillant Group

Wie die Vaillant Group die Logistik in ihren Produktionswerken effizienter gemacht hat

1894 erhielt Johann Vaillant ein Patent auf einen Badeofen mit geschlossenem Gassystem. Heute steht die Marke Vaillant für zuverlässige Lösungen zum Heizen von Wohnräumen. 2023 entstanden in Senica ein neues Logistikzentrum und ein neues Werk für Wärmepumpen.

Das Logistikmanagement-Projekt im Vaillant-Werk in Senica entstand auf der grünen Wiese. Die Einführung von Time Slot Control hat unserer Logistik Transparenz, Flexibilität und datenbasierte Planung gebracht.

David Baláž — Digital Plant Coordinator, Vaillant Group

Vaillant
David Baláž
500 → 700

abgefertigte Paletten pro Tag, vor und nach der Einführung

+40 %

mehr Leistung im Logistikbetrieb

6 Monate

bis zu belastbaren Daten für die Optimierung von Rampen und Zeitfenstern

Warum haben Sie sich entschieden, ein System zur Planung von Be- und Entladungen auszuwählen?

Der Hauptgrund war der Bedarf an hochwertigen Daten und transparenten Grundlagen für die Steuerung der Logistikleistung. Wir wollten einen klaren und messbaren Überblick darüber, wie unsere Logistik ausgelastet ist, wie hoch der tatsächliche Kapazitätsbedarf an Personal und Technik ist und wie die Logistik auf Änderungen in der Produktion reagiert. Ziel des Projekts waren keine direkten Einsparungen, sondern mehr Effizienz, bessere Organisation und die Möglichkeit, betriebliche Prozesse objektiv zu bewerten.

Erfahrungen aus anderen Werken, konkret aus dem Lager in Skalica, gaben uns zudem eine klare Vorstellung davon, wie ein modernes Zeitfenstermanagement funktionieren sollte. Deshalb sind wir mit sehr konkreten Anforderungen in das Projekt gestartet. Heute dient das System auch als transparentes Werkzeug zur Kapazitätssteuerung und zeigt eindeutig, ob die Logistik effizient ist, ob es ein Problem in der Organisation des Betriebs gibt oder ob tatsächlich mehr Personal nötig ist.


Wie sind Sie bei der Suche nach einer Zeitfenster-Anwendung vorgegangen?

Es war keine formelle Ausschreibung ohne vorherige Vorstellung. Wir wussten, welche Lösung wir suchten. Der erste Kontakt mit Time Slot Control fand Ende 2022 auf der Konferenz SLOVLOG statt, wo wir Vertreter von Lotraco trafen und konkrete Möglichkeiten zur Umsetzung des Projekts besprachen.

Im Laufe des Jahres 2023 folgten mehrere Präsentationen, interne Diskussionen und schließlich die Vorstellung des Konzepts bei der Muttergesellschaft. Ein wichtiger Moment war auch das Kennenlernen von Time Slot Control in unserem externen Lager, das Fiege in Österreich für Vaillant betreibt. Die Tests begannen im September 2023, der Vertrag wurde im Dezember 2023 geschlossen.


Wie verlief die Einführung des Systems? Gab es Probleme, lief alles nach Plan?

Die Einführung verlief sehr reibungslos, vor allem weil wir von Anfang an genau wussten, was wir wollten. Das Projekt startete mit einem Probebetrieb mit einem einzigen Lieferanten, an dem wir das System überprüft und zugleich einen internen Regelrahmen für seine konsequente Nutzung geschaffen haben.

Die größte Herausforderung war nicht die Technik, sondern das Umdenken der Nutzer – sowohl in der Logistik als auch an der Pforte. Eine Schlüsselrolle spielten die Einführungsschulung und die anschließende „Evangelisierung“ des Systems im Unternehmen. Der Support von Time Slot Control war die ganze Zeit über tadellos. Ein großer Vorteil war auch die hohe Intuitivität und Flexibilität des Systems, das sich ohne komplizierte Eingriffe des Anbieters vollständig an unsere internen Gegebenheiten anpassen ließ.


Welche Veränderungen haben Sie nach der Einführung festgestellt? Hat sie Vorteile gebracht?

Die entscheidende Veränderung war die Übersichtlichkeit und Transparenz des gesamten Betriebs. Nach etwa einem halben Jahr hatten wir belastbare Daten, auf deren Grundlage wir die Logistikprozesse und die Rampennutzung optimieren, die Auslastung der einzelnen Zeitfenster verfolgen und schrittweise weitere Lieferanten einbinden konnten.

Das Projekt wurde weitgehend „auf der grünen Wiese“ umgesetzt. Dadurch erhielten wir sehr genaue Ausgangsdaten, etwa wie viele Fahrzeuge ankommen, welche Verspätungen sie haben und wie sich das tatsächlich auf Logistik und Produktion auswirkt. Auf dieser Grundlage konnten wir die Logistik besser auf die Bedürfnisse der Produktion abstimmen.


Haben Sie die Einsparungen durch TSC beziffert? Oder gibt es andere konkrete Daten dazu, wie sich die Effizienz durch TSC verbessert hat?

Das vorrangige Ziel des Projekts waren nicht Einsparungen, sondern Transparenz und Effizienz. Trotzdem können wir die Leistungssteigerung heute beziffern: Vor der Einführung des Systems konnten wir rund 500 Paletten pro Tag abfertigen, nach der Einführung von Time Slot Control sind es etwa 700 Paletten pro Tag. Diese Zahlen zeigen deutlich, was das System zur Gesamteffizienz des Logistikbetriebs beiträgt.


Wie haben sich Geschäftspartner, Kunden und Frachtführer an das System gewöhnt?

Die Umstellung ging überraschend schnell. Die Frachtführer haben sehr bald verstanden, dass das System auch ihnen Vorteile bringt, vor allem Transparenz. Bei Streitfällen oder Mehrkosten liegen heute klare Daten vor, die eindeutig zeigen, ob eine Reklamation berechtigt ist.

Am Anfang lagen die Probleme eher auf unserer Seite, etwa bei der Einrichtung einer ausreichenden Zahl von Zeitfenstern. Außerdem zeigte sich, dass die Entladung selbst nur etwa ein Drittel der Zeit ausmacht, der Rest entfällt auf die interne Erfassung und Einlagerung des Materials. Wir mussten also die Länge der Zeitfenster richtig einstellen und die Erwartungen aller Seiten aufeinander abstimmen.


Warum gerade TSC von Lotraco?

Wir haben die auf dem europäischen Markt verfügbaren Lösungen verglichen. Zu den wichtigsten Kriterien gehörten die Anbindung an SAP, der Funktionsumfang, Flexibilität, Übersichtlichkeit, lokaler Support und die Gesamtkosten. Nach der Bewertung dieser Kriterien erwies sich Time Slot Control als die geeignetste und am besten anpassbare Lösung für unsere Anforderungen. Ausschlaggebend waren vor allem die Flexibilität des Systems und der hochwertige lokale Support.


Wie zufrieden sind Sie mit der Anwendung, der Benutzeroberfläche und dem technischen Support?

Wir sind mit der Anwendung sehr zufrieden. Besonders schätzen wir, dass wir das System vollständig selbst verwalten und einstellen können, ohne Eingriffe des Anbieters. Der technische Support ist auf sehr hohem Niveau. Kleinere Ausfälle traten nur im Zusammenhang mit einem sprunghaften Anstieg der Zahl der Zeitfenster auf und wurden schnell behoben.


Welche Vorteile von TSC würden Sie hervorheben?

Der wichtigste Vorteil ist die Verfügbarkeit von Daten und ihre Nutzbarkeit für die Produktions- und Logistikplanung. Dank Time Slot Control können wir rechtzeitig auf Änderungen der Produktionspläne reagieren, die Zahl der Rampen und des Personals optimieren und mögliche Probleme bei den Frachtführern erkennen. Das System schafft Transparenz nicht nur für Manager, sondern auch für Lagermitarbeiter, die einen vollständigen Überblick über die anstehenden Materialflüsse im Wareneingang und im Versand haben. Für die Zukunft sehen wir großes Potenzial in einer weiteren Anbindung an die Produktion und mehr Automatisierung.


Würden Sie TSC einem anderen Unternehmen Ihrer Branche empfehlen?

Ja, auf jeden Fall. Vor allem Unternehmen mit komplexer Logistik und enger Verbindung zur Produktion. In diesem Projekt ging es uns nicht in erster Linie um Einsparungen, sondern um deutliche Vorteile – Transparenz, Daten und die Fähigkeit, die Logistik auf Basis von Fakten statt Eindrücken zu steuern.